Die Idee entstand durch den Umstand, dass man als Auslaender in Argentinien kein Auto mit argentinischem Nummernschild aus dem Land fahren darf. Dass es also fast unmoeglich ist, mit einem dort gekauften oder gemieteten Auto nach Chile oder Uruguay zu fahren. Warum also nicht versuchen, das eigene Auto mitzunehmen? Wo damit anfangen? Alle schweizer Transportfirmen, die ich anfragte, lehnten ab, das mache einfach keinen Sinn, sei verhaeltnismaessig teuer und einfach laecherlich bei einem kleinen Fiat Panda. Ein Verhaeltnisbloedsinn.

Im Reisefuehrer ueber Argentinien fand ich dann eine Adresse in Deutschland, die offenbar empfehlenswert sei. Diese Firma sagte erst zu, als sich aber herausstellte, dass alle Autofaehren voll seien mit Neuwagen, die nach Argentinien gebracht wuerden und also ein Roll on Roll off – Verfahren (Ro Ro) nicht in Frage kaeme in den naechsten paar Monaten, wurde es ihnen zu kompliziert.

Auf der Suche im Internet fand ich dann einen weiteren deutschen Anbieter, der von Reisenden auf einer Reisehomepage angepriesen wurde.

Diese Transportfirma war offen dafuer, das Wagnis mit uns anzugehen, das Auto per Container zu verschiffen.

Was wir tun mussten:

1. Ein „Carnet de Passage“ besorgen (beim ACS oder TCS). Dieses Carnet besteht aus 25 Seiten, wie ein Block geheftet, jede Seite hat drei Abteilungen, zwei sind jeweils vom Zoll beim Ein- und Ausreisen auszufuellen und abzureissen, das oberste bleibt stehen. Es ist zu vergleichen mit einem Reisepass fuer Autos statt fuer Menschen. Dazu gehoert das Hinterlegen einer Kaution beim Aussteller, in der Hoehe des Wertes, den das Auto noch hat (gluecklicherweise bei uns nicht allzu viel…). Diese Kaution bekommt man nur zurueck, wenn das Auto, beglaubigt vom Schweizer Zoll, wieder zuhause, ist durch Abgabe des restlichen Carnet oder durch ein Polizeidokument, wenn das Auto gestohlen oder schrottreif ist.

2.Viel Geld bezahlen (Kosten fuer die Transportfirma, die Reederei, den Container, den Hafen, den Zoll).

3.Das Auto puenktlich in Hamburg am Hafen abgeben (mit fast geleertem Tank).

Diese ersten drei Punkte gelangen uns gut, und reinen Gewissens bestiegen wir am 22. 11. selber ein Schiff und waren nun praktisch unerreichbar.

In der Zwischenzeit geschah folgendes: Das erste Schiff (la Grande America) hatte grosse Verspaetung. Es fuhr am 7. 12. ab statt am 23. 11. Aber ohne unser Auto! Wer schlussendlich dafuer verantwortlich ist, dass unser Auto nicht mitgenommen wurde, sei dahingestellt. Wir wissen es nicht und koennen nur spekulieren. Auf jeden Fall wurde bemaengelt, es haette noch zu viel Benzin gehabt und musste nun als Gefahrengut deklariert werden und es fehlte ein Dokument (Bill of lading? Wir wissen es nicht genau, denn es fehlt immer noch).

Das naechse Schiff, la Grande Francesa, nahm unser Auto mit!

Wir, nichtsahnend unterdessen in Bs As gelandet, mussten uns nun die Zeit anders verterteiben, unser Auto wuerde lange auf sich warten lassen.

Unser Agent der deutschen Transportfirma glaenzte mit Unerreichbarkeit, wir hatten keine Ahnung, was nun geschehen wuerde.

Kurzerhand nahm ich Kontakt auf direkt mit der Reederei in Argentinien (Grimaldi) und siehe da, ein Blick in den Computer und alles war klar. Das Schiff wird etwa am 10. 1. erwartet, alle Kosten auf der deutschen Seite sind bezahlt (Gefahrengutzuschlag und Wartezeit am Hafen, was uns die Transportfirma faelschlicherweise anlasten wollte), das Bill of lading schickt die deutsche Firma per Mail direkt an Grimaldi, ausloesen koennen wir das Auto vermutlich am 14. 1.  Wenn es im Container einige Tage steht macht das nichts, die Reederei hat 7 Tage „free storage“ am Hafen von Zarate. Dort wird uns ein Agent von Grimaldi begleiten, wenn zusammen mit dem Zoll der Container geoeffnet wird (das haette in Hamburg viel Aerger erspart, wenn wir das Auto haetten in den Container fahren sehen, mit anwesendem Agenten der Firma, der so dafuer gebuergt haette, dass alles klar war, dann haette man das bisschen Benzin rechtzeitig bemerkt und das fehlende Dokument ebenfalls). Aber hinterher ist man immer schlauer.

Was wir nun tun muessen: Auf dem Buero von Grimaldi in Bs As den argentinischen Zoll, den Agenten und den Hafen bezahlen, auf den definitiven Termin warten, mit dem Bus nach Zarate fahren (1 Stunde Bus) und hoffen, dass alles klappt.

Fortsetzung folgt.