Nun, wo wir Uruguay kennen und lieben gelernt haben, haben sich unsere Plaene etwas veraendert. Wir werden die Wohnung in Vicente Lopez (Buenos Aires) am 21. 2. abgeben (bis dann ist bezahlt) und uns ohne feste Rueckzugsmoeglichkeit weiter wagen. Wir fahren heute Abend mit dem Buquebus Eladia Isabel ueber den Rio nach Buenos Aires, unser Auto mit den Campingutensilien stellen wir in Colonia am Hafen ein, gegen Bezahlung, d.h. in Sicherheit. So ersparen wir uns Zollkomplikationen betreffend des Fahrzeugs und das Fahren durch die Grossstadt.

Wir freuen uns sehr, nochmals die Luft dieser Metropole zu schnuppern, bevor wir dann auf eine groessere Tour durch eher duenn besiedelte Gebiete aufbrechen. Wir werden am 21. 2. zurueck nach Uruguay fahren, ab dem  26. 2. konnten wir fuer 9 Tage das Strohhaeuschen in Valizas reservieren. Von da an geht es weiter, der Grenze Brasiliens entlang durch den Norden Uruguays, bis nach Argentinien. Quer durchs Land ueber uns bekannte Orte wie Villa las Rosas in den Sierras de Cordoba, Cacheuta in Mendoza und dann ueber den Passo del Libertador in den Anden nach Chile hinueber.

Das sind Plaene, wir haben gerne einen Roten Faden, aber es kann immer Abweichungen und Veraenderungen geben…

Bis jetzt hat uns unser Reiseprojekt viel Freude gemacht. Das Hin und Her zwischen Uruguay und Buenos Aires hat durchaus Vorteile gebracht. Denn vorallem fuer Ilmarin geht es so ganz langsam vorwaerts und nach einem neuen Schritt ins Unbekannte kam jeweils das Wiedersehen mit Bekanntem. Das ist nicht nur fuer kleine Kinder sehr schoen, auch fuer uns Erwachsene ist es eine Bereicherung, denn der Ort und die bekannten Menschen bleiben, wir koennen dadurch Veraenderungen in uns selbst sehr gut erfahren, am Bekannten, das man nach einer Zeit wiedersieht, kann man sich sehr gut selbst erkennen. So eine Reise ist eine intensive Beschaeftigung mit seinen eigenen Beduerfnissen, Vorstellungen, Aengsten und Grenzen. Und dies dreier Menschen, die immer wieder Einklang finden muessen (und wollen), denn sonst wuerde man nicht vorwaerts kommen, im gemeinsamen Wollen. Dass wir auf einander Ruecksicht nehmen ohne die eigenen Wuensche zu verdraengen, oder die eigenen Vorstellungen nicht durchsetzen ohne das Einverstaendnis der anderen, ist eine hohe Herausforderung. Und dass wir uns immer wieder von Neuem gemeinsame Ziele setzen, ganz wichtig. Denn wenn nur einer von uns nicht ganz hinter einer Idee steht, klappt es schon nicht. Dazu sind wir alle drei zu eigensinnig!

Warum schreibe ich das? Dass ihr wisst, dass Reisen nicht nur Vergnuegen ist und dass das Sein im hiesigen Sommer fuer uns nicht ein Spaziergang ist. Vielleicht koennte beim ein oder anderen Leser oder Photoanschauer dieser Eindruck entstehen, denn wir wissen, dass der Winter in Europa dieses Jahr sehr hart ist.