Im letzten Eintrag haben wir erwaehnt, dass wir uns nach Quilmes begeben wollten. Wir hatten die Absicht, dort zu uebernachten. Denn als wir im Jahr 2007 das letzte Mal dort gewesen waren, hatte es hier eine sehr schoene Pension mit Schwimmbad…

Aber nun, im Maerz 2013, ist hier vieles anders. Von weitem sah die alte Indianerstadt aus wie frueher. Der Hauptteil, mit den restaurierten Steingebaeuden, schmiegte sich den Berg hinauf, „umarmt“ von zwei weiteren Huegeln, gut geschuetzt. Daneben, in der Ebene und im angrenzenden Tal, das riesige noch unberuehrte Gebiet, die zerfallenen Steingebaeude von Kakteen und Gestruepp ueberwachsen.

Aber, bereits 100m vor dem ehemaligen Eingang, deutlich sichtbar an der alten Stadtmauer, der Eingangsposten. Ein Schild, neu, sagt: „Willkommen in der heiligen Stadt“.  Ein aelterer Indio tritt aus seinem Steinhaeuschen, bedaechtig kommt er auf uns zu. Er verlangt den Eintrittspreis und gibt uns zwei Broschueren mit. Darin wird erklaert, dass seit Juli 2007 das ganze Gebiet der indigenen Bevoelkerung zurueckgegeben wurde. Die indigene Gemeinde aus allen benachbarten Doerfern hat nach langem juristischem Hin- und her erreicht, dass die ehemalige Stadt, die den Kolonialherren sehr lange erfolgreich hatte Widerstand leisten koennen, bis sie endgueltig aufgegeben werden musste (mit einem erzwungenen Fussmarsch eines Teils der Bevoelkerung bis nach Buenos Aires), vom Staat freigegeben wurde. Nun werden dort Zeremonien und Rituale zu Ehren der Pachamama  (etwa uebersetzt mit Mutter der Erde) abgehalten wie (wahrscheinlich) damals.

Die Pension und das Museum sind geschlossen, durch die restaurierte Stadt darf man aber spazieren. Ein weiterer Indio, der Wache steht vor den heute geschlossenen Gebaeuden, erklaert uns, dass die ganzen modernen Gebaeude auf heiligem Boden errichtet worden waren, von einem Geschaeftsherrn, der das Grundstueck beim Staat gepachtet hatte. Ohne archaeologisch sauber vorzugehen, hatte er in den 90er Jahren oben drauf gebaut. Und weil die indigene Gemeinde und der Geschaeftsherr immer noch nicht einig sind, ist einfach mal alles seit 5 Jahren geschlossen. So viel scheinen wir begriffen zu haben…

Nun, irgendwie fuehlt es sich gut an, dass dieses Ort seine Wuerde zurueckbekommen hat und wir koennen gut auf eine Nacht dort verzichten.

Nun, heute am 1. April, sind wir  schon eine Woche in Cafayate. Dieser Ort war auf der letzten Reise fast unser Lieblingort gewesen. Und auch dieses Mal sind wir hier nicht mehr so schnell weggekommen. Alte Bekanntschaften wurden neu geknuepft und Ilmarin, den die meisten damals nur als versteckt in meinem da schon recht runden Bauch gesehen hatten, ist ein sehr geliebter Gast.

Aber morgen geht`s weiter. Schliesslich wollen wir noch ueber die Anden nach Chile. Plan: Eine Nacht in Salta, 3 Naechte in Purmamarca (Angewoehnung an die Hoehe) und dann ab ueber 4000m nach Susques.

LG, Kirsten