Kurze Einleitung:
Das Auto wollten wir damals im Mai 2013 in der Zollfreizone einem vertrauenswuerdigen Haendler pro Forma verkaufen, er haette es gehuetet und wir haetten es pro Forma wieder zurueckgekauft. So haetten wir das Auto zeitlich unbegrenzt in Chile lassen koennen. Das hatte aber am Abreisetag, als wir noch Zollformalitaeten am Hafen erledigen sollten, der Zoll gemerkt und hatte es uns verboten. Das Risiko sei zu gross, der Haendler haette ja dann offiziell das Recht, unser Auto wirklich zu verkaufen. Wir duerften aber das Auto eben diesem Haendler zum Hueten privat geben, das muesse aber von einem Notar beglaubigt werden und das Auto koenne nur noch 6 Monate in Chile bleiben. Verlaengerungen koenne dieser Herr dann beim Zoll einholen, fristgemaess. Unser Haendler fand das eine prima Idee (wir gaben ihm schlussendlich 1500 $ fuer diese dann schlussendlich fast 9 Monate). Wo das Auto dann in Wirklichkeit untergestellt war, wussten wir nicht. Unser Bus nach Santiago fuhr ab, wir mussten das Auto noch unversorgt dem Haendler ueberlassen. Die einzige Sicherheit, die wir in die Schweiz mitnahmen, war ein notariell beglaubigtes Papier, dass unser Auto bei Herrn so und so Adresse so und so privat abgestellt werden muesse.
Und nun heute, Sonntag den 16. 2. 2014
Wir schliefen tief und lange und erholten uns so ein gutes Stueck von der 4- taegigen Reise im „Hyperraum“. Und eigentlich wollten wir einfach nur Pause machen. Aber es kam dann anders. Um 19h fuhren wir, mit unserem ersten Sonnenbrand des Suedsommers kurzentschlossen mit dem Taxi zu der Privatadresse auf unserem notariell beglaubigten Zettel, um mal zu schauen, ob wir vielleicht unser Auto zu sehen bekaemen…Es stand da! Es schien wohlauf, alles dran, Nix drin. Eingestaubt und ohne Nummernschild vor der kommunistisch und elend anmutenden „Mietshaussiedlung“. Hier wohnte also der schicke Geschaeftsherr aus der ZOFRI? Wir waehnten uns in Ulan Bator, da hatten wir das letzte Mal solche Behausungen gesehen. Wir klopften an der der Tuer Nr. 24 von Block M (so stand es auf unserem Zettel) und Juan oeffnete! Erfreut ueber den ueberraschenden Besuch. Er umarmte uns, seine Frau umarmte uns und wir wurden in die kleine Wohnung gebeten. Unser Gepaeck, also der Inhalt des Autos, stand mitten in der Wohnung in zwei riesige Taschen gepackt, die einen grossen Teil des winzigen Wohnzimmers versperrten. Ilmarins Velo stand im Schlafzimmer! Koennte man unsere Gegenstaende liebevoller behandeln? Wir bekamen was zu trinken…und dann versuchten wir unser Auto, das mitten auf dem Trottoir parkiert war, eingeschlossen von Autos die davor auf der Stasse parkiert waren, zu befreien.Die Batterie war leer und starke Herren aus der Nachbarschft kamen spontan und halfen schieben und ueberbruecken. Die verstaubte Karre sprang an! Mit laufendem Motor halfen alle das Auto und vorallem die Scheiben so zu putzen, dass man abfahren konnte. Es wurde geschwitzt! Eine nochmalige Kontrolle des Autos zeigte, dass es sehr gut gehuetet worden war. Es hatte die 9 Monate auf dem „Parkplatz“ von Juan verbracht, zugedeckt mit einer dicken Wolldecke, die mit Brettern beschwert war.
Nach einer halben Stunde fuhren wir ab durch Iquique und was fuer ein komisches Gefuehl, setzten da die Reise fort, wo wir sie im Mai aufgehoert hatten.
1. Station Tankstelle. Tanken und Reifen pumpen. Oelstand pruefen. 2. Station Supermarkt.
Dann ging´s los – wir zogen unseren Weg!
Was für ein geglückter Auftakt der Reise!! Wir wünschen weiterhin alles, alles Gute und viele schöne Erlebnisse, mit diesen rührenden Menschen! Eure Oma und OPa
Es macht imme Spass euer spannenden Berichte zulesen.Man kann es sich so richtig plastisch vorstellen. Erstaunlich, dass so lange Zeit in einem so fernen Land, wildfremde Leute derart loyal auf einen fremden Gegenstand aufpassen, statt diesen kurzerhand zu versilbern. Viel Glück weiterhin