Ab und zu wird`s uns schon mulmig… Als ich einmal abends auf La Graciosa harmlose 10m vom Sandstrand entfernt, zum Glück auf der Luftmatratze, schnorchelte und mich über viele Fische freute, sah ich einen Felsen, von denen es hier viele gibt im Sand, und wollte mich dort hinstellen, mal von der Matte runter und ganz nass werden… Da durchfuhr mich ein riesen Schreck! Das graue Gebilde unter mir hatte einen deutlichen Schwanzansatz, er erinnerte mich unwillkürlich an den Schwanz eines Riesenkänguruhs… Das Graue entpuppte sich als Flügel eines Rochen, fast zwei Meter breit insgesamt. Ich zog meine Beine auf die Matte und paddelte los dem Land zu und rief: „Unter mir ist ein Rochen!“. B., nicht weit von mir entfernt ebenfalls auf der Luftmatratze und mit Taucherbrille bewaffnet rief: „In die andere Richtung, er schwimmt unter Dir mit Dir mit!“ Etwas zittrig erreichten wir das Ufer. Da wir das Tier nun beide gesehen hatten, konnten wir es recht gut beschreiben und anschliessend als „Adlerrochen“ einorden.
Adlerrochen leben im Ostatlantik, über sandigem Boden, höchstens bis zu einer Wassertiefe von 50m und können 1. 80 breit werden und 2m lang… Ihre Schwanzspitze ist giftig. Wenig Unfälle bekannt, nicht aggressiv, neugierig. Benutzen ihre Waffe, die Schwanzspitze, nur wenn sie in Bedrängnis geraten, d.h z. B. eingesperrt werden zwischen dem Menschen und einer Felswand, wo sie keinen Fluchtweg mehr haben…
Vor dem zu einem „Manhattan“ umgebauten ehemaligen Hafengelände von Buenos Aires liegt heutzutage ein riesiges „Reserva Ecologica“. Aufgeschüttet mit Bauschutt und dann begrünt hat sich dieser Teil der Stadt zur grünen Lunge entwickelt, für Tiere und Pflanzen zum geschätzten Wohnraum und für die Menschen zum Naherholungsgebiet. Am Reserva vorbei fliesst der Rio de la Plata, hier im Mündungsgebiet so breit, dass man das andere Ufer nicht sehen kann. Vor sechs Jahren war es hier nur lieblich… Meerschweinchen, Vögel, Warane, Eidechsen, Schildkröten… Alles „liebe“ Tiere. Besonders auf die Meerschweinchen hatten wir uns gefreut. Sie frassen immer so eifrig Gras und wenn man näher kam verschwanden sie im Gebüsch. Unzählige gab es davon. Und nun, dieses Jahr, fiel uns sofort auf, dass es keine Meerschweinchen mehr hatte… Aber, im Fluss und am Ufer schwammen und lagen überall grüne Pflanzen, mit Wurzeln bestückt, vom Fluss hinunter getragen um sich zu vermehren, Grüsse aus dem tropischen Norden. Als wir das Reserva verlassen wollten, beim Ausgang, trafen wir auf einen Ranger und teilten ihm mit, dass wir die Meerschweinchen vermissen würden. Da erklärte er uns, dass dieses Jahr ungewöhnlich viele Pflanzen den Fluss hinuntergespült werden und dass sich an diesen Pflanzen zahlreiche Yararas festhalten, um nicht zu ertrinken. Sie sind unfreiwillig mit den Pflanzen ins Wasser gespült worden und kommen nun hier an Land, ein Lebensraum, wo sie eigentlich nie waren. Yararas heissen auf Deutsch „Yararaca- Lanzenotter“ und haben ein extremes Gift… Sie haben bereits alle Meerschweinchen gefressen! Und als wir am nächsten Tag wieder ins Reserva kamen, waren Warnschilder aufgestellt. Die Leute treten fest auf und laufen an Wanderstöcken… Wir auch! Und das harmlose Reserva kann auch nur noch mit Vorsicht genossen werden.
Und gestern, wir sind nun auf der anderen Flussseite, in Uruguay, hatte I. mit seinem Taschengeld uns „eingeladen“ mit einem Gator zu fahren, einem geländegängigen John Deere- Fahrzeug. Es hat richtig Spass gemacht und in der Freude hatten wir alle drei die Schlangen vergessen. I. rannte vom Strand zurück zum Fahrzeug, voller Freude, blieb vor dem Auto wie angewurzelt stehen, schrie und rannte zurück. Ich sah noch, wie eine Schlange unters Auto verschwand. Orange- Rot war sie. Später haben wir herausgefunden, dass es eine Korallenschlange war. Giftig, aber nicht aggressiv. Ist nur für 0, 7% aller Schlangenbisse in Südamerika zuständig. Beisst nur, wenn sie extrem gereizt wird…
So, nun haben wir hoffentlich etwas gelernt und sind vorsichtiger…
Liebe Grüsse, K.
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