Montevideo, 19. 3. 2019

Geschafft!

Kurz vor halb sechs kriegten wir den Autoschlüssel bei Rilcomar, einer der Lagerfirmen am Hafen. Kurz danach fuhren wir mit unserem Fiat Punto aus dem eingezäunten Lagergebiet.

Vorausgegangen waren 1 1/2 Tage Bürohektik a la Uruguay, d. h. wie im Italien der 90er Jahre. Gemächlich, gemütlich, nur nicht zu viel arbeiten. Schöne, helle, farbige Räume in denen viele Leute sitzen, die eigentlich zum Arbeiten da sind, aber dies vor lauter Matetrinken fast vergessen. Alle kennen sich, alle sind nett zueinander, so als würden sie bald zum Asado (traditionelle Grillfestchen) abfahren. Hektik gibt`s an keinem Ort, es ist meist ruhig und riecht angenehm sauber. Immer gibt es 1 bis 2 dieser Leute, die mehr arbeiten als die anderen. Sie werden von den anderen freundlich angeschaut, sie sehen ihnen bei der Arbeit zu, als würden sie selber teilnehmen.

So waren die beiden Tage sehr angenehm, man hätte alles in 1 bis 2 Stunden erledigen können, die Stimmung unter den Angestellten wäre dann aber sicher nicht so entspannt gewesen… Uruguay, man kriegt, was man will, aber bitte keine Eile. Eigentlich sympatisch.

Ablauf:

  1. Anmelden bei Imigrationes, man muss als Autobesitzer ein Jahrestourismusvisum bekommen.
  2. Mit dem Papier von vorher zu KMA, der hiesigen Agentur von Grimaldi. Geld abgeben. Dort wurden wir auf den nächsten Tag vertröstet, sie wüssten noch nicht, wo im Hafen das Auto gelagert würde. Nächster Tag:
  3. MAPFRE, eine Versicherungsgesellschaft, die unser Auto für ein Jahr (weniger geht nicht) im gesamten MERCOSUR versichert (Uruguay, Chile, Argentinien, Paraguay).
  4. Zurück zu KMA (Grimaldi) für die „Stocknummer“ (Lagerort des Autos).
  5. Zoll.
  6. Mittagspause (der Zoll nahm alle Papiere entgegen und bat dann um 1 1/2 Stunden Pause. Warum? Tramite. Tramite bedeutet so viel wie Papierkram erledigen). Papiere: Alles, was wir schon bekommen haben, dazu Passkopien, Führerscheinkopien, Fahrzeugausweiskopien, Versicherungskopien, Liste der Gegenstände im Auto).
  7. Zoll 2. Tramite war noch nicht fertig. 20 Minuten warten. Resultat: Papiere kamen mit neuem Deckblatt zu uns, zusammengeheftet.
  8. ANP (Hafenverwaltung). Riesiges pompöses Gebäude. Geld abgeben.
  9. Wieder Zoll, eine wichtige Unterschrift einholen, nachdem der Hafen bezahlt war.
  10. Rilcomar. Alle Ppiere abgeben, Schlüssel entgegennehmen.
  11. Mit dem Auto zum Fährterminal von Buquebus. Zum dortigen Zoll. Abholen einer Fahrerlaubnis für 1 Jahr in Uruguay.

So, das war`s. Es war wie ein Spiel, ein Postenlauf durch Montevideo. Wir hatten vom Spediteur aus Deutschland, „Caravan Shippers“ die Anleitung bekommen, drei Seiten, mit Fotos der Gebäude und Schalter und Stadtplan. Es hat Spass gemacht und wir kennen die Stadt jetzt gut!

Das Auto ist ok, der Inhalt nicht nur. Einiges scheint zu fehlen… Oder wurde es nicht eingepackt? Ich vergass einige Lebensmittel im Auto, die toxisch wurden in der Wärme des afrikanischen Teils der Überfahrt. Dann riecht alles noch nach Russ. Der Russ ist stark reaktiv. Wahrscheinlich Löschstaub. Es scheint als sei ein Brand auf den Grimaldi – Schiffen nicht aussergewöhnlich (siehe auch Reisebreicht vom 18. Januar 2013). Beim Folgeschiff, der „Grande America“ ist es aber total schiefgegangen. Der ganze Kahn ist abgesoffen.

Um 19h  fuhren wir zurück zum Hotel, unserer Luxusbastion, die wir glücklicherweise eine Nacht mehr buchen konnten.

Im Auto sind viele nützliche, aber auch unnötige Dinge. Die müssen wir nun aussortieren. Wir sind alle drei sehr müde, aber wir haben unser Auto!

B.