Vieles fuehlt sich hier in Suedamerika anders an als vor 5 Jahren. Wie ja allgemein bekannt, fliehen viele Menschen aus den von Korruption, Gewalt und Kriminalitaet geplagten Laendern Mittelamerikas (Guatemala, Honduras und San Salvador) nach Mexiko und in die USA. Es sind meistens Familien und alleinreisende Jugendliche.
Ein aehnlicher Strom von Menschen, die Schutz suchen, zieht suedwaerts. Taeglich verlassen ca. 5000 Venezolaner ihre Heimat. Nach Angaben vom UNHCR im Februar 2019, sind bereits ca. 3,5 Millionen Menschen geflohen. Ueber eine Million haben Aufnahme in Kolumbien gefunden, ca. 500 000 in Peru, ca.300 000 in Chile, ca. 200 000 in Equador, ca. 130 000 in Argentinien und ca. 100 000 in Brasilien.
Als wir im Jahr 2014 hier waren, gab es nichts Vergleichbares. Dieses Mal, schon im Februar in Argentininen und Urugay, haben wir oft gehoert, dass es schoen sei, dass so viele Venezolaner da seien. Sie seien meistens sehr gebildet, unkompliziert im Charakter und wuerden jede Arbeit anpacken und den Laendern, in denen sie Aufnahme finden, gut tun.
Und nun, in Chile, haben wir einige Venezolaner kennen gelernt. Jung, nicht volljaehrig, voller Tatendrang. Beschaeftigt z. B. in einer Hamburguesería, von morgens bis abends in vollem Einsatz. Gekleidet immer in den Nationalfarben Venezuelas. Voll Hoffnung, dass die Zeit in der Fremde nur kurz ist. Dass es besser wird zu Hause. Dass sie etwas lernen koennen und sich ihre Zukunft gestalten koennen.
Auch sehen wir am Zoll die Jugendlichen und Familien, die mit unglaublich viel Gepaeck Schlange stehen. War frueher der Zoll zwischen Peru und Chile gepraegt von Tourismus und Einkaufstourismus, ist er heute gepraegt von Menschen auf der Flucht.
Es wird davon ausgegangen, dass bis Ende Jahr 5 Millionen Venezolaner ihr Land verlassen haben werden. Und das bei 30 Millionen Einwohnern.
K.
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