Wir befinden uns am Pazifik, in der Wueste Atacama, in der Naehe der Muendung des Rio Loa, an dem sich die Grenze zwischen der zollfreien Zone Nordchiles und der zweiten Provinz befindet. Unser Zelt steht einsam in der Wueste, 300 m weg vom Meer, 300 m weg von der Strasse „Ruta 1“ und in der Naehe des „Geierfelsen“, dem einzigen Markierungspunkt in der Wueste. Parallel zur Strasse beginnen die Anden, hier mit einer bescheidenen Hoehe von 1000 m. Das Meer geht kurz nach dem Strand auf 7000 m Tiefe.

K.

Morgens, etwa um 8.30 am wache ich auf. Als Erstes windet es heftig, das liegt daran dass wenn die Sonne aufgeht, die Luft sich erwaermt uber dem Land und dadurch windet es. K. und B. sind meistens schon draussen am Kaffe machen. Bisschen spaeter singt B. das traditionelle Kaffelied und alle drei setzen sich auf den Boden, denn wir haben keinen Tisch. Fuer mich gibts immer eine heisse Schoggi::“ Mhh“. 20 Min. spaeter machen wir Fruehstueck, dieses bestehend aus Muesli, Brot, Nutella und ab und zu auch mal Ruehrei. Fertg gegessen, gehen B. und K. zum Abwaschen ans Meer, ich komm sehr selten mit. Abwachen im Pazifk kann ganz schoen gefaehrlich sein, denn die Wellen sind dampfwaltzenmaessig stark und das Wasser ist eiskalt. Spaeter geht K. wieder zum Zelt, denn nun muss ich zum Mathematikunterricht mit B. Nach 2 ganzen Stunden mit einem rauchenden Kopf gehen B. und ich das taegliche Stinkfeuer machen, bestehend aus PET Flaschen, Altplastik und Tetrapacks (fast alles Material sammeln wir ein am Strand und weil es in Chile kein Recyclingsystem gibt, denken wir uns, verbrennen schadet nicht). Das stinkt ordentlich.

Dann gehen wir um 02.00 pm zum Mittagessen. Das Menu ist: „Das was ich hab“. Exzellent gegessen geht B spazieren K und ich machen Schule  (Deutsch, Englisch, Franzi, Singen) bis um 5 pm. Dann fahren wir mit dem Auto strandabwaerts (Distanzen riesig, alles leer…) zum Beachvolleyball. Das ist die Sportstunde des Tages. Um 6 pm fahren wir weiter ins Restaurant am Zoll, der das Ende bedeutet der zollfreien Zone in Nordchile.

I.

Im Restaurant arbeitet ganz alleine die Bolivianerin Isabelle, wir erzaehlen ihr alles, was wir in unserer kleinen Welt erleben. Sie ist der einzige Mensch, zu dem wir hier Kontakt haben, denn Internet haben wir hier nicht. Sie auch nicht. Sie freut sich, bald fuer eine Woche nach La Paz reisen zu koennen und ihre beiden Soehne zu sehen.

Wir trinken Tee und essen eine Kleinigkeit, in Chile nennt man dieses Essen „Once“. Dann fahren wir im Dunkeln und in der herbstlichen Kaelte zum Zelt, machen ein Feuer aus dem Schwemmholz, das wir hier taeglich sammeln (hier gibt es keine einzige Pflanze, es regnet durchschnittlich ein Mal in 10 Jahren) und kochen auf dem Feuer meistens Spaghetti.

Um 23h legen wir uns schlafen im Zelt, die Handys an fuer den evt. Tsunamialarm, das Auto mit der Schnauze bergwaerts, abfahrbereit. Im Rucksack bereit das Noetigste, um ein paar Stunden in der Tsunamisicherheitszone aushalten zu koennen. Das Wellenrauschen ist eine perfekte Einschlafhilfe.

K.