Also, dieser Wechsel war schon sehr anstrengend.

Angefangen hat`s damit, dass wir nach einer einstündigen Taxifahrt durch verstopfte Strassen Limas, endlich am Flughafen, gar nicht zm Flug zugelassen wurden. Grund: Die Fluggesellschaft Jet Blue wollte, dass wir ein Ausreiseticket aus den USA vorweissen können (hatten wohl Angst, dass sie uns auf ihre Kosten zurücktransportieren müssen falls wir keine Einreisebewilligung bekommen sollten). Konnten wir nicht. Nach weiteren 10 Minuten konnten wir es. Kurz über`s Smartphone gebucht: Seattle – Vancouver (CA), 40 Minuten Flug, 270 Euro. Es war nun 5 Minuten vor Boarding – Zeit. Diese Hürde war genommen und wir passierten die Sicherheitskontrolle.

Das nächste Hindernis liess nicht lange auf sich warten. Die Grenzwache liess nur B und I ausreisen aus Peru, K hatte zwar im Pass einen Einreisestempel vom Zoll in Tacna.  Aber im Computersystem kam sie nicht vor (muss die Beamtin dort vergessen haben ). Ausreise verweigert.

Nun musste K an einen extra Schalter, zur Chefin, und musste nachträglich korrekt einreisen um sofort danach korrekt ausreisen zu dürfen.

Wir rasten durch den Dutyfreeshop und alle Gänge zum Gate und schafften es gerade noch als letzte durch die Tür zum Flugzeug. Uff.

Der Nachtflug war angenehm. Ruhig schwebte der Vogel über den Wolken, über uns die Sterne. Irgendwann verschwand die Wolkendecke, unter uns Havanna, 5 Minuten später Sinkflug, die Florida Keys (Inselgruppe) und dann Fort Lauderdale.

Wir waren leicht übernächtigt, als wir ins Kuhgatter eingewiesen wurden. Vor uns prangte der stolze Adler – und kreiste der Pleitegeier für alle die, die es nicht schaffen sollten, in die erste Welt einzutreten.

Nun hatten wir sie vor uns, die „Mauer“, von der wir so viel gehört hatten. Bestehend aus zwei engen Pforten, an deren Seite derjenige Mensch sass, der über Einlass oder dessen Verweigerung entscheiden konnte. Einer der beiden erinnerte uns an einen bärtigen eidgenössischen Krieger, deren Abbildung als Steinskulpturen die mittelalterlichen Brunnen unserer Heimatstadt zieren. Und tatsächlich hatte dieser Officer einen eidgenössichen Namen.

Der junge Mann aus Peru, unser Sitznachbar im Flugzeug, hatte Pech. Der Eidgenosse liess ihm auf Spanisch übersetzten, sein Pass sei seit 18 Monaten abgelaufen. Er prallte von der Mauer ab, der Pleitegeier packte ihn und brachte seine Beute in einen Spiegelraum (Solche Räume mit verspiegelten Wänden gab es ja an der Grenze zur DDR, damals in fernen Urzeiten… Jeder Wessi musste 5 Minuten vor verspiegelten Wänden stehen und sich begutachten lassen, bevor er einreisen durfte). Wir sahen den jungen Mann ab dann nicht mehr.

Unsere Einreise, auch beim bärtigen Eidgenossen, war kurz und schmerzlos. Ein „Erinnerigsföteli“, ein Stempel. Der US – Adler öffnete die goldene Pforte und drinnen waren wir. Wir küssten den Boden des gelobten Landes  (abgewetzter Teppich) ausgiebig.

B.