Wir sind ja gerade noch rechtzeitig abgehauen, am 28. Februar, gerade als es losging und der erste Mensch in der Schweiz den Virus hatte, haben uns an diesem Tag französisch verabschiedet, mit dem TGV nach Paris. Und weil Frankreich so schön ist, sind wir gleich im Land geblieben oder in den wenig grösseren Anhängsel der „Grande Nation“ weitergeflogen, nach PF, Polynesie Francaise.

Hier sind wir nun, und während es in der Welt um uns tobt, sich die „Breaking News“ im Sekundentakt im „life Ticker“ an Tragik und Hysterie überbieten, während die Medieneskalation immer neue Blüten treibt – ist es hier auf Moorea ruhig. Die Krone ist nicht hier, kein einziger Fall von Corona – bis jetzt. Wir leben in einer heilen Blase der Vergangenheit. Die Inseln sind seit auch bestens abgeschottet, seit heute gilt, wer ins Flugi nach PF steigen will, braucht einen Viruscheck, nicht älter als 5 Tage.

Es ist heiss, feuchtheiss, 30 Grad oft auch nachts. Das Meer türkisblau, der Strand schneeweiss, die Palmen und anderen Tropengewächse dunkelgrün. Südsee halt. Keine Breaking News hier. Höchstens mal ein Hai, der sich in die Lagune verirrt und ein paar Touristen erschreckt.

Uns gefällt es hier. Doch wollen wir ewig hier bleiben und in höchster Lässigkeit unser Dasein bis auf weiteres fristen? Oder weiterziehen? Und wenn ja, dann wohin? In Europa ist so was wie eine Seuche ausgebrochen, jedenfalls schreien uns das die Medien entgegen. Nach Asien, wo das alles herkommt? Vielleicht auch ungünstig. Zurück in die USA wollen wir nicht, da waren wir ja gerade erst. Da bleibt nicht mehr viel.

Neuseeland lässt Leute aus Polynesien ohne weiteres einreisen, dasselbe Australien. Eben, es gibt grössere Probleme, als wir sie haben. Aber mehr Aufregendes haben wir zur Zeit nicht zu bieten.

Wann sich das mal ändert und doch noch von uns „Breaking News“ zu lesen sind, das wissen die vielen schönen Sterne, die über  dem im Lichte des Vollmonds glitzernden Meer leuchten. Und die sagen`s nicht.

B