Auch hier überstürzen sich die Ereignisse. Seit heute ist auf allen Inseln Französich Polynesiens Ausgehverbot. Einkaufen, Arztbesuche, dringende berufliche oder familiäre Angelegenheiten ausgenommen. Morgen schliessen die letzten Hotels. Die verbliebenen Gäste, die auf eine Ausreisemöglichkeit hoffen, dürfen ihre Zimmer nicht verlassen. Das Essen wird vor die Tür gelegt. Auch an den Strand darf niemand mehr.

Wie haben das am Luxushotel Sofitel Moorea eindrücklich erlebt. Von Anfang an haben wir uns jeden Abend einen Spaziergang dem Strand entlang gegönnt um etwas zu trinken in der Bar des Hotels. Die Besatzung kannte uns langsam gut. Die meisten Gäste verbringen hier in der Regel zwei/drei Tage bevor sie nach Bora Bora fliegen oder einen Segeltrip antreten. Die billigsten Bungalows kosten 500 Sfr. pro Nacht, die bessten 1800.-, ca. So haben wir täglich etwa zwei Stunden Luxus genossen, in unserem Häuschen sind wir nämlich immer zusammen mit Mücken, Kakerlaken und Geckos. Bereits vier Hunde sind uns zugelaufen. Sie sind nicht mehr weg zu denken und verteidigen uns lautstark gegen alles, was in die Nähe kommt. Andere Hunde, Katzen oder Strandspaziergänger (die es bereits seit gestern nicht mehr gibt).

Zurück zum Sofitel: Jeden Abend waren weniger Leute in der Bar. Zuerst keine Amerikaner mehr, nur noch Deutsche, Franzosen und Spanier. Dann die Restaurants geschlossen. Nur noch die Bar offen. Und gestern: Auch die Bar geschlossen. Eine Flasche Cola und eine mit Fruchtsaft konnten wir kaufen, Tränen in den Augen des Personals. Alles wurde noch aufgeräumt und dicht gemacht. Die Gäste waren bereits in die Zimmer verbannt. Und eben, morgen ist Schluss.

Unser Glück im Unglück: Unser Häuschen steht am Meer, mit Garten rundherum. Eine kleine Insel der Freiheit auf der Insel Moorea für uns. Einkaufen geht jeweils einer mit dem einzigen Fahrrad, das wir haben. 30 Minuten ein Weg.

Und wie kommen wir hier weg? Das steht noch in den Sternen. Unser Flug am Dienstag nach Neuseeland wurde vorverlegt, um all die Hotelgäste, die ihr Dach über dem Kopf verlieren morgen, auszufliegen. Man musste schnell bestätigen, dass man mit der Vorverschiebung einverstanden ist. Wir waren sofort aus dem Rennen. Aber die Hotline, die wir nach insgesamt drei Mal anrufen mit jeweils 1 1/2 Stunden Wartezeit endlich erfolgreich erreicht hatte, sagte uns, wir hätten sowieso nicht mitfliegen können, denn in Auckland dürfen Nichtneuseeländer nicht einmal mehr umsteigen. Sie hätten uns nicht an Bord lassen dürfen. Unser Ticketpreis bleibt bei Air Newzealand als Kredit liegen für ein anderes Mal… Der Flug nach Paris heute kostet 12000 Euro für uns. 10 mal mehr als der Flug auf der Hinreise von Paris hier her.

Und nun? Keine Ahnung. Schlecht geht es uns nicht. Die Reiselust ist noch nicht vergangen. Singapur könnte ein Ausweg sein… Nur, wie am besten? Wir sind am Suchen und Studieren.

Liebe Grüsse,

 

Kirsten.