Lange haben wir gerungen um den Entscheid, auf Moorea zu bleiben oder uns auf den kostspieligen und komplizierten Heimweg in die Schweiz zu machen. Die Ereignise rund um Covid-19 haben ja die ganze Menschheit ereilt, jeder Mensch ist in seiner Situation weltweit mit dieser umfassenden Störung durch die Pandemie irgendwie betroffen.

Die meisten Menschen, die diese Krise fern von Zuhause ereilt hat, wollten ja nur für ein paar Wochen weg sein. Die Reise war geplant, mit Rückflug. Und plötzlich gingen all die Wege zu. Unzählige Menschen sitzen auch immer noch fest irgendwo und können nicht nach Hause. Airlines haben die Flüge eingestellt, Hotels den Betrieb geschlossen. Viele Länder sind daran, ihre Schäfchen nach Hause zu holen, mit aufwändigen und teuren Unterfangen. Klar ist, nicht alle können in ihre Heimat zurück. Viele sind gefangen fernab der Zentren und Restriktionen innerhalb der einzelnen Länder führen dazu, dass diese Menschen nicht einmal mehr an die Flughäfen gelangen können, von wo aus noch ein Entkommen möglich wäre. Wer das Glück hat und Internetzugang hat und aus der Schweiz kommt, kann sich über eine App mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten verbinden und ist nicht ganz alleine. So auch wir. Wir stehen mit dem EDA in Kontakt.

Von unserem Garten aus sehen wir übers Meer und genau gegenüber erkennen wir gut die Hauptinsel Tahiti, sogar den Flughafen von Papeete sehen wir nachts beleuchtet. Wir können live feststellen, dass fast nichts mehr fliegt. Seit Sonntag ist der komplete Flugverkehr zwischen den polynesischen Inseln eingestellt. Die früher täglich etwa fünf internationalen Flüge nach Neuseeland, Chile, USA, Japan und Frankreich sind auf nun drei letzte verbliebende Flüge geschrumpft. Morgen nach LA, am Samstag nach Paris und San Francisco. Alle Touristen wurden am Sonntag aus den Hotels auf die Hauptinsel Tahiti gebracht. Dort mussten sie mehr schlecht als recht Unterkünfte finden und den Kampf um letzte Flugplätze aufnehmen. Es waren Tausende, es sind noch 500. Nach dem letzten Flug am Samstag wird niemand mehr gehen… Für einen ganzen Monat sind alle Flüge ausgesetzt. Dann kann nur noch gehofft werden, dass man von seinem Heimatland einen Sonderplatz in einem Sonderflug bekommt. Für hier ist das allerdings nicht geplant. Viel eher bietet das EDA finanzielle Unterstützung vor Ort an und Hilfe bei der Unterkunftssuche.

Wir selber sind ja planmässig noch in unserer Reisezeit. All unsere Reisepläne sind nach und nach verunmöglicht worden. Der Flug nach Neuseeland für uns unmöglich, zu dem Zeitpunkt wo wir abgeflogen wären, war es allen Ausländern verboten, auch nur in NZ umzusteigen. Singapur? Asien? Kaum begannen wir mit der Planung, kam eine zweite Viruswelle nach Asien. Heimkehrer aus USA und Europa brachten sie mit. Grenzen gingen zu. Schweden? Sie nehmen es ja bisher locker, sieht man in der Presse. Nein. Nur für Schweden selber. Grenzen zu für alle anderen. USA? Trump sieht ja alles so easy… Nicht aber seine Bundesstaaten. Zu Recht, natürlich, meine ich. Heimflug? Teuer, aufwändig, nicht mit Sicherheit verfügbar. Und sobald wir aus Moorea weg sind, müssten wir auf der Hauptinsel Tahiti ausharren. Ein Zurück gäbe es nicht.

Zurück zu unserer Reisezeit: Wir sind noch im Plan.  Auch unsere Ressourcen noch nicht erschöpft. Und so haben wir hinsichtlich der ganzen Lage beschlossen, vorerst auf Moorea zu bleiben. Falls dann doch noch ein Sonderflug geht und sich die Lage hier verschlechtert oder die unserer Familien in der Schweiz, können wir dann immer noch gehen.

Da wir schon seit dem 29. 2. auf Moorea sind und man sich hier kennt, werden wir nicht als Virenbringer beschuldigt. Moorea hat einen bestätigten Fall. Die Ausgangssperre ist maximal (aber man weiss ja nicht, es ändert sich alles…). Nur mit Passierschein darf man hier sein Grundstück verlassen. Auf dem Passierschein gibt es 4 Gründe zum Ankreuzen: 1. Arztbesuch, 2. dringendste familiäre Angelegnehit, 3. Einkauf, 4. physische Ertüchtigung (alleine). Bussen sind teuer.

Unsere Nachbarschaft ist sehr nett. Jemand hat uns geholfen, einen neuen Gastank unter den Herd zu schrauben, andere sind auch für uns einkaufen gegangen und haben uns selbstgemachtes Kokosnussöl geschenkt gegen Mücken.

LG, Kirsten.