Gestern, einen Tag vor Ablauf der Bewilligung fuer unser Auto in Chile, fuhren wir ueber die Grenze nach Peru. Eine Grenze, die nicht oft von Europaeern im eigenen Auto ueberfahren wird. Ich konnte in den Unterlagen sehen, der letzte war ein Mann aus London am 3. Februar. Hier unten am Pazifik gibt es kaum mal jemanden im eigenen Auto aus Europa, man tummelt sich lieber in der Hoehe. Dementsprechend lang dauerte fuer uns alles und dementsprechend schwierig war es auch fuer die verschiedenen Zollabteilungen der beiden Laender, mit unserem Anliegen klar zuklommen. Die Grenze liegt gleich im Norden von Arica, einige hundert Meter nach dem Flughafen. Wir mussten auf beiden Seiten je vier Schritte bewaeltigen, um Aus – oder Eingang zu bekommen.

30km weiter kommt man schon in das Staedtchen Tacna in Peru, das mit einer wunderschoenen Kirche und Altstadt ausstaffiert ist. Es war gerade Karneval, am Sonntag Nachmittag. Ein sehr angenehmer Umzug mit „verkleideten“ Fahrzeugen aller Groessen und den allerliebst verkleideten Menschen darauf, meistens ohne Maske, einfach schoen herausgeputzt zu verschiedenen Themen. Es gab Griechen, Aegypter, Winzer, verschiedene Tiere usw. und die meisten bespritzten die Zuschauer statt mit Konfetti mit Wasser und Spray, der kuenstlicher Schnee sein sollte.

Trotzdem fuhren wir noch am gleichen Tag zurueck nach Chile. Tacna ist kein guter Ausgangspunkt fuer uns um in die Anden zu fahren, die naechst gelegenen Doerfer sind alle schon auf ueber 3000m. Da fehlt uns die Anpassungsmoeglichkeit. Wir werden demnaechst in Chile ueber das bereits bekannt San Pedro de Atacama in die Hoehe gehen. Dort koennen wir uns bei etwas ueber 2000m an die Hoehe gewoehnen (nach dem Ilmarin in La Paz, beim Umsteigen in ein anderes Flugzeug, Sauerstoff brauchte, wissen wir, dass wir nichts riskieren wollen).

Die erneute Einfahrt nach Chile war natuerlich etwas frech…So mussten wir auch viele Fragen beantworten, alle drei, freundlich, aber treffend. Man konnte erahnen, was sie wissen wollten…Ist B. ein als Schweizer getarnter Chilene? Ist K entfuehrt? Ist I. ueberhaupt unser Kind? Sind wir Schwarzarbeiter in Chile? Koennen wir uns das Reisen leisten, weil wir kriminelle Dinge drehen?

Zum Glueck hatten wir ein 100% reines Gewissen und antworteten alle einzeln richtig, d. h. die Antworten passten zusammen und gaben ein passendes Bild und wir wurden freundlich eingelassen.