Wir waren mit dem Nachtessen praktisch fertig, sassen gemuetlich am Tisch voller Leckereien, den wir in unserem bungalowartigen Hotelzimmer aufgestellt hatten. Voller Bauch, gemuetliche Stimmung, das Soehnlein wurde gerade eingecremt…

Da begannen die Vorhaenge sich zu bewegen und der Tisch zu tanzen…Wir schauten uns an und ein unangenehmes, aber leider wohl bekanntes Gefuehl schlich sich ein. Ou, nich schon wieder, bitte! Doch unser Wunsch verhallte ungehindert und das Zimmer verwandelte sich einen Schuettelbecher. Man konnte wahrlich die Wellen der Erdbewegung  sehen, wie sie durchs Zimmer wanderten und alles hin und her bewegten. „Lass uns rausgehen“, packten wir unseren Kleinen auf den Arm, sehr froh, dass wir uns nicht mehr im 11. oder 9. Stock eines Hochhauses befanden, sondern ebenerdig rausspazieren konnten.

Der Strom fiel aus, wir sassen draussen im Sand und sahen in den Sternenhimmel hoch. Ilmarin bekam Angst und so holte ich aus dem immer noch schwankenden Zimmer eine Taschenlampe und eine Wolldecke. Andere Gaeste des Hotels kamen nach draussen, und langsam wurden wir uns bewusst, was gerade passiert war.

Mich beschaeftigte nur ein einzelner Gedanke: Hatten wir Glueck gehabt, dass wir die Warnungen der Fischer von Chipana ernst genommen hatten und die Meereskueste vor drei Tagen verlassen hatten.

Die Hotelgaeste versammelten sich im Desayunador, dem Fruehstueckszimmer, wo der Fernseher lief (das Hotel hat einen eigenen Stromgenerator). Dort sahen wir die selben Bilder, wie ihr wohl auch gesehen habt an eurem TV, nur dass wir die meisten Lokalitaeten kannten. Die Nackenhaare straeubten sich bei dem Gedanken, was geschehen waere, haetten wir laenger am Rio Loa gezeltet. Wahrscheinlich waeren wir gewarnt worden, haetten die Nacht aber auf dem Huegel von Chipana in einer Wolldecke verbracht. Unser Zelt und die anderen zurueckgelassenn  Habseligkeieten haetten wir am Naechsten Tag am Fusse des grossen Berges zusammenlesen koennen…….

Es kam ja auch tatsaechlich ein Tsunami, bzw. hohe Flutwellen mit 2,4 Metern Hoehe, die die Boote von Iquique durcheinanderwirbelten und einigen Schaden anrichtete.

Die Tsunami – Warnung wurde nach ca. 8 Stunden eingestellt. Die Schulen sind heute geschlossen. 1 Million Menschen verbrachte die Nacht im Freien. In der Stadt oberhalb Iquiques, Alto Hospicio, sind die Gebaeudeschaeden teilweise erheblich. Viele sind in Zelten untergebracht und die Strom – und Wasserversorgung blockiert. Die Strasse dazwischen gesperrt…

BS