Die Talfahrt des argentinischen Peso
Eine Geldwaage haben sie noch nicht, beim Bäcker an der Ecke, in Recoleta, bei dem ich jeden Morgen frische Medialunas für`s Frühstück hole. Aber lang wird`s nicht mehr dauern und das Gewicht des Brotes wird gegen das Gewicht des Geldes abgewogen, wie das in anderen Ländern dieses Kontinentes zu anderen Zeiten üblich war.
Jose de San Martin, der argentinische Wilhelm Tell, blickt vergebens stolz vom 5 Peso Schein. Auf der Rückseite dieser neu gedruckten Noten steht er zusammen mit andren Libertadoren: O`Higgins (Chile), Artigas (Uruguay) und Simon Bolivar (bitte selber raten). Der ganze Ruhm dieser legendären Gestalten nützt nichts gegen die Wertzersetzung. Noch vor kürzerer Zeit bekam ich beim Bäcker für 5 Pesos noch 2 Medialunas, heute nur noch den genervten Blick der Bäckerin, die die vielen vielen Scheine, die ich ihr gebe, abzählen muss.
Der argentinische Peso verlor in der letzten Woche 5% seines Wertes, das sind im Monat 20% und im Jahr 240%, was soviel heisst in etwa, dass alles ungefähr den dreifachen Preis kostet Ende Jahr……
So geht das seit 2 Jahren, sagte man mir. Schuldzuschiebungen gibt es viele, die einen sehen den IWF als Sündenbock, die anderen die Geldpolitik des Herrn im Weissen Haus, wieder andere zucken einfach die Schultern und lamentieren: Es un desastre !!!
Themawechsel: Wir sind seit bald 3 Wochen in Argentinien,die meiste Zeit davon in Buenos Aires. Das Land hat sich seit unsrem letzten Besuch im Jahre 2013 verändert, trotz der hohen Inflation zu seinem Positiven, finden wir (aus der Sicht eines Gringo). Es gibt endlich wieder obras publicas, öffentliche Arbeiten, so wird am Hafen von Buenos, der chronisch verstopft ist, eine grosse Zufahtrsstrasse gebaut, was zur Zeit zu noch mehr Verstopfung und den legendären Hupkonzerten der vielleicht 500 bis 1000 anwesenden Camioneuren führt. Aber damit ist bald Schluss. Auch der mittlerweiel 100 jährige Bahnhof Retiro wird endlich renoviert, es gibt neue Züge, die auf neuen Gleisen fahren. Die vielen vielen Collectivos (Busse) haben in den grossen Strassen, wie die 12- spurige Avenida de Libertadores (eine Fahrtrichtung), eigene Busspuren erhalten, was zu noch rassigeren und waghalsigeren Busfahrten führt, wobei wir hiermit auch unser liebstes Hobby offengelegt haben, Genuss der Tempobolzerei im öffentlichen Verkehr.
Nur eine Sache stimmt uns nachdenklich, wie so manche/n Argentinier/in auch. Vuelve la K ??? Im Oktober sind Wahlen. Ob sie zurückkommt???? Ja wer wohl, die alte Staatschefin, die zur Zeit gerade täglich vor Gericht sitzt, sich aber jeweils geschickt herauswinden kann.
B.
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