15. April 2019
Ein anstrengender Tag war das. Er begann in der wunderschönen alten „Estancia del San Francisco“ irgendwo in der uruguayschen Pampa, 6km landeinwärts von der Hauptstrasse weg nach Paysandu.Hier könnte man eigentlich bleiben… Die nächsten Gäste kommen aber schon, wir müssen gehen. Das Gebäude, in dem die Gäste der Bauern untergebracht sind, ist eine alte Jesuitenmission aus dem Jahre 1780…
Zum Glück sind wir abgefahren. Sonst hätten wir wirklich bleiben müssen. Denn kurz nach der Abfahrt über die ungeteerte Piste durch Kuhweiden, beginnt ein Gewitter mit Platzregen. Innert kürzester Zeit muss sich unser Fiat durch tiefe Pfützen pflügen und rutscht über lehmigen Boden als sei er ein Schiff. 300m von der grossen Strasse entfernt bleibt unser Auto stecken. Es kommt kein bisschen mehr weiter, auch nicht mit unseren vereinten Kräften. Wir sind komplett durchnässt und mit Lehm bedeckt. Schlussendlich ist es ein Traktor, der uns und einen 4×4 Camion nacheinander aus dem Lehm zieht.
Drei Stunden dauerte das Ganze… Vom Hilfeholen bis zur Befreiung.
Zuerst mal ging`s zur nächsten Tankstelle. Kleider wechseln, die Schuhe vom Schlamm befreien, etwas essen…
Es wird 18h, bis wir zum Zoll fahren können. Er befindet sich unmittelbar vor der grossen Brücke über den Rio Uruguay, der der Republik östlich des Rio Uruguay den Namen gab.
Ein langer Stau… Er begann drei Autos vor uns. Der Grund: Computersystem abgestürzt. Endlich, nach einer halben Stunde kommt Bewegung ins Ganze. Der Zoll der Urugayos lässt uns problemlos ausreisen, ein Stempel mit „Salida“ im Pass und das Autopapier eingezogen. Aber nun die Argentinier. Wir müssen den Zöllnern die Pässe und die Autopapiere abgeben und dann das Auto abstellen und ins Büro kommen. Sie sind sehr freundlich, teilen uns aber mit, dass in unseren Autounterlagen der Versicherung nirgends steht, dass wir auch für die anderen Länder ausserhalb Uruguays versichert sind. Nirgends sei MERCOSUR vermerkt. Ihr freundlicher Tip lautet, um Problemen bei den Polizeikontrollen zu entkommen, im nächsten Städtchen, in Colon, eine neue, argentinische Versicherung zu kaufen.
Wir können uns das nicht erklären. Wir sehen es ja alle noch vor uns das „Cedula Verde“ , das grüne Papier, das beweist, das wir im MERCOSUR versichert sind… Haben uns die Zöllner das Papier weggenommen? Was hätten sie davon?
In Colon sind alle Versicherungen schon geschlossen. Sollen wir hier übernachten? Ein Anruf bei der „Asistencia“ unserer Versicherung hilft etwas. Ja, wir seien für alle Mercosur – Länder versichert. Es sei aber eben Osterwoche (semana santa) und alle Büros die ganze Woche geschlossen. Und sie vom Pannendienst könnten uns nichts mailen, dazu seien sie nicht autorisiert. Wir könnten aber mit unserer Policennummer versuchen uns auf ihrer Webpage einzuloggen und uns ein neues „Cedula Verde“ ausdrucken. Zum Glück finden wir ein „Internetcafe“ und schaffen es, mit Engelsgeduld, uns bei der Webpage zu registrieren und einzuloggen. Und mit Staunen stellen wir fest, dass wir uns ein Duplikat unseres grünen Papiers ausdrucken können!
Und erst jetzt beginnt die grosse Schussfahrt durch die argentinische Nacht (ca. 350km). Über riesige dunkle Pampaebenen bolzen wir mit 130km oder mehr, oben die Milchstrasse und Sterne als Wegweiser. Selten mussten wir bremsen in einem Ort, klein und schlecht beleuchtet. I hat via sein Handy eine genaue Wegbeschreibung, wie ein Navi. So folgen wir dem kürzesten Weg… Allein mit den Sternen hätten wir uns nie zurechtgefunden.
Mit sagenhafter Verspätung kommen wir im vorgebuchten Hotel in Parana an. 0h 50 sagt die Uhr. Wir hatten ein Zimmer gebucht im Maran – Tower, gleich am Fluss Parana. Wir bekamen eine Suite! Wie eine eigentliche Wohnung, mit Flussblick. 1h 15. Kleider werden vom Schlamm befreit unter der Dusche… Gegen 2h geht`s ins Bett. Der Wecker muss gestellt werden, denn schliesslich gibt es nur bis 10h Frühstück und ausgecheckt muss dann auch schon sein…
B und K
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