Am 18. Oktober sind wir von Düsseldorf nach Las Vegas geflogen. Unser Ziel war Sandpoint, Idaho. Aber weil der Flug von Düsseldorf nach Las Vegas so verlockend preisgünstig war für uns drei, konnten wir nicht widerstehen. Um uns dann an die 9 Stunden Zeitverschiebung zur Schweiz zu gewöhnen, sind wir nach einer Nacht im „Treasure Island“ in Las Vegas mit einem Mietauto ins Death Valley gefahren. Das Auto war ein Dodge Grand Caravan, wir alle drei konnten darin übernachten und so teure Hotelkosten sparen. Schon am ersten Abend, im Dunkeln, fanden wir kurz vor dem Eingang zum Nationalpark einen guten Schlafplatz am Anfang einer Seitenstrasse für Off – Road- Fahrzeuge.
Hier ist man in der Wüste, im Grenzbereich zwischen Nevada und Kalifornien. Gebirgig, kleine Büsche, in der Ebene des Death Valleys Salzseen und Sanddünen. Hier befindet man sich unter der Meeresspiegelhöhe, bis – 86m. Der heisseste Ort der Erde.
Dort fanden wir für unsere Wüstenwoche die Lebensquelle. Wer hätte das gedacht. In „Stove Pipe Wells“ gibt es eine Tankstelle, Internet, Mobilfunknetz, zwei Souvenierläden, einen Saloon, Hütten zu mieten und ein Schwimmbad. Für vier Dollar pro Person kann man hier schwimmen, im Liegestuhl liegen und duschen. Der Mann an der Kasse war des Geldeinsammelns oft überdrüssig und liess uns einfach hinein ohne zu bezahlen. Meistens gingen wir hier abends hin, es wurde sehr früh dunkel und oben, bei unserem Schlafplatz, recht kühl. So verbrachten wir die Abende im Dunkeln rund ums Schwimmbad, am Internet und dann zum Essen im Saloon.
Zum Einkaufen mussten wir einmal in dieser Zeit nach Beatty, Nevada fahren. Ein Wüstenstädtchen mit Goldgräbercharme. Im Laden „Family Dollar“ gab es alles, vom Schraubenzieher über Unterwäsche zu Lebensmitteln. Aber nichts frisches. Keine einzige Frucht oder Gemüse. Um so etwas zu kaufen muss man zum RV- Park (Camperplatz). Wir fanden dort an der Reception im Regal eine vertrocknete Banane, drei Karotten und eine schrumpelige Peperoni.
Kurz nach Beatty, auf dem Weg zum Death Valley, liegt Rhyolite. Eine Geisterstadt. Eine eindrückliche Erinnerung an einen Goldrausch von 1905 bis 1911. Länger gab es diese Stadt nicht. Goldfunde haben dort in diesen Jahren bis zu 8000 Menschen angezogen. Es wurde eine Bahnline mit Bahnhof gebaut, zwei Banken, 50 Saloons, eine Post, eine Schule. Und dann war das Gold abgebaut und die Menschen verschwanden wieder. Ein imposantes Beispiel für das amerikanische „Easy come, easy go“. Reste der Häuser sind übrig, unzählige rostige Büchsen liegen herum. Eingänge zu Minenschächten sind verschlossen. Der Mann im Museum (winziges Häuschen), auch selbst etwas geisterhaft anmutend, meinte geheimnisvoll: „In den 90er Jahren wurde hier mit modernen Maschinen wieder Gold abgebaut, eine grosse Menge. Dann dachten auch diese Goldgräber, mehr gäbe es nicht. Aber jetzt sind wieder welche da…“
Nach einer Woche gings zurück nach Las Vegas, vorbei an der Area 51. Der Flug nach Spokane ging über San Diego. Die Landung bei San Diego im Sonnenuntergang war phantastisch. Die Ankunft in Spokane perfekt. Der Pilot erntete klatschenden Beifall. Draussen erwartete uns Lee, unsere Freundin, die uns abholte und die zweistündige Fahrt nach Sandpoint auf sich nahm. Draussen dunkel, Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.
Seit fast zwei Wochen sind wir nun bei Lee, es ist winterlich kalt, wir haben viel Laub gerecht. Der Ford bekam einen neuen Radiator und vier neue Reifen. Morgen geht es los. Wir fahren zurück nach Nevada. Leben in der Wärme und werden dann Ende Monat nach Rapid – City fliegen, South Dakota. Dort dürfen wir in einem Häuschen in einem Reservat leben gegen eine Stellvertretung in der dortigen Schule. Es erwartet uns dort unter anderm viel Schnee und Kälte.
K.
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