Wir leben jetzt seit 3 Wochen bei den Oglala Lakotas in Kyle, Sued Dakota. Wir nennen es den Exoplaneten hier, nicht aus Abschaetzigkeit, sondern weil das Sein hier von unserem herkoemmlichen Sein galaxienweit entfernt ist. In den sternenklaren, eiskalten Naechten der Prairie stehn wir dann und wann am Teleskop und wenn wir Glueck haben, koennen wir die Erde ganz klein am Abendhorizont aufgehen sehen.
Bis zur Hauptstrasse ist es gut eine Meile. Da gibt es ein wenig down the Road ein Restaurant und gar ein Motel. Eine halbe Stunde in beide Richtungen der Strasse ist es zum naechsten Laden, Tante Emma maessig. Aber wollen wir einmal richtig einkaufen, so wie im Migros, so muessen wir die Raumfaehre USS Enterprise nehmen zur anderthalb Lichtjahre entfernten Nachbargalaxie. Dort auf dem Planeten SD 57701 hat die groesste raumfahrende Nation eine Kolonie gegruendet. „Lets go Rapid“, sagen sie hier dem Staedtchen. Rapid City bietet in der Innenstadt neben bronzegegossenen Praesidenten auch richtige Weihnachtstimmung a la americain. Frank Sinatra singt aus Lautsprechern in allen Gassen. Was es dieses Jahr wohl nicht gibt. White Chrismas…..Dafuer fanden wir ausgefallene Weihnachtsgeschenke
Jeder Tag bei den Lakotas ist ein Abenteuer, ueber jeden Tag koennten wir ein Buch schreiben. Wir wollen stattdessen einfach in ein paar Zeilen einige Eindruecke zu Papier bringen. Um es klar zu sagen: Uns gefaellt es sehr hier. So sehr, dass wir hier Weihnachten feiern. Die Leute sind uns alle ans Herz gewachsen. Wir sehen es als grossen Gluecksfall an, dass wir hier sein duerfen. Die Heimat Sitting Bulls und Crazy Horses hat nichts von ihrer Magie eingebuesst und in den kalten Naechten scheint es uns, als erscheine ihr Geist am Sternenhimmel, die schlimmen Geschichten aus der Vergangenheit und auch aus der Gegenwart des Lakota Landes sind alle wahr, wir koennen sie dann und wann in Erzaehlungen hoeren. Die Faszination hingegen stoeren sie kaum.
Die Lakota Schule steht irgendwo im Nirgendwo, es hat hier ausser Prairiegras, wilden Pferden und Kuehen wenig. Doch, die Anzahl der Koyoten uebersteigt die der Pferde und Kuehe um einiges und nachts koennen wir deren Konzert hoeren, oft von allen Seiten gleichzeitig heult, bellt und jault es. Die Koyoten sind scheu und feige, sagen uns die Lakotas, aber eben, wenn sie Hunger haben, koenne sie gefaehrlich oder zumindest unangenehm warden. Und da gibt es noch die Mountain Lions, diese scheuen Grosskatzen, sie sind unsichtbar, aber stets present, wie ihre Spuren im Schnee zeigen. Auch sie kommen ganz nah ans Haus. Noch nie wurde von einer schlechten Begegnung mit diesen Tieren gesprochen – ausser Mountainbiker, die ueberfallen sie gerne….. Seitdem tragen wir auf den Spaziergaengen ueber die Huegel oder gar beim kleinen Marsch nachts von unsrem Haus zum Gemeinschaftshaus stets einen Baerenspray mit uns.

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