2. Teil: Die Schule
Wir helfen hier in der dritten Woche im Volontariat als Lehrer an der Lakota Waldorf School, bestehend aus einem grossen, eben fertiggestellten Schulhaus und einem etwa 200m entfernten Kuechen- oder Gemeinschaftshaus, der alten Schule.
K arbeitet im Kindergarten als Ergaenzung des Teams, ich unterrichte Physik, oder probiere zumindest dies auf Waldorfweise zu tun. Unser Sohn geht in der Mehrjahrgangsklasse 4. bis 6. zur Schule.
Der Schulalltag besteht aus einer Mischung von U.S.- Schule (die Schueler kommen mit dem Bus zur Schule, das Verhaeltnis zu den Lehrern ist locker bis kameradschaftlich) und Waldorfschule (Epochenunterricht, keine Noten), kombimeirt mit viel, viel Lakota Kultur, welche in verschiedenster Form waehrend des ganzen Schullalltags immer wieder auftritt.
Die Lakota Schule ist eine Tagesschule, die Kinder kommen so nach 8 Uhr frueh mit dem gelben Schulbus, nach oft mehr als einer Stunde Fahrt, an und kriegen erst mal Fruehstueck. Dann gehen alle in die Klassenzimmer.
Im Morgenkreis stehen alle auf einem Bueffelfell. Es wird zuerst ein Buendel Salbei entzuendet und alle reinigen sich in dessen Rauch von schlechten Energien und Gedanken. Dazu wird ein Gebet gesprochen, in Lakota:
Le a(n)petu washte u(n)yak’upi tscha/ Lila Pila u(n) yaya pi/ Witschozani na wowash ake u(n)kupiye/ Mitakuyie Oyasin
Heute ist ein schoener Tag/ Ich danke euch fuer diesen Tag/ Behalte uns stark und gesund/ wir sind alle verwandt (oder freier uebersetzt, verbunden)
Ein weiteres Gebet stellt die Existenz des Menschen als Verbindung von Himmel und Erde dar. Es wird 3 mal wiederholt, erst in Lakota, dann in Englisch, dann schweigend.
Der Unterricht beginnt.
Jeden Tag haben die Kinder Lakota Sprach- Unterricht, der von einer aelteren ehrwuerdigen Lakota erteilt wird. Die Tradition will es, dass man den aelteren Menschen grossen Respekt zollt. Dies kommt in diesen Unterrichtsstunden klar zum Ausdruck.
Das gemeinsame Mittagessen findet im kleineren Gemeinschaftshaus statt. Wenn alle beisammen sind, stehen alle auf, Kopfbedeckeung ab. Eine Schueler/in nimmt Eine kleine Portion des Essens auf einem Teller und spricht eine Segnung darueber. Dieser den Ahnen geweihte Teller wird nach draussen gestellt.
Nach dem Essen gibt es eine kleine Pause. Dann finden sich die 4. bis 6. Klaessler in einem weiteren kleinen Gebaeude ein, zum Sing- und Trommelunterricht. In der Mitte des Raumes steht eine grosse Trommel, 50 cm Durchmesser, aus Bueffelleder. Drum herum sitzen die Jungs, jeder mit einem Trommelstock. Die Maedchen stehen dahinter, sie trommeln nicht. Zum Schlagen der Trommel wird gesungen, jeweils einer singt ein Lied vor und der Rest wiederholt.Singen und Trommeln hat einen rituellen Charakter. Der Lehrer lehrt den Schuelern die Melodien. Wir nehemn an, dass diese Gesaenge Gebete oder Segnungen sind. Unser Sohn durfte an diesem Unterricht teilhaben, der Lehrer lobte ihn fuer seine schoene Stimme.
Ueberhaupt waren wir stets sehr willkommen, bei allen Ritualen mitzumachen. Es war ein Miteinader, ein Geben und Nehmen.
An 2 Nachmittagen unterrichtet diese Lehrperson auch Lakota Culture. In diesen Stunden wurden waehrend unserer Zeit hier, Gebrauchgegenstaende und Schmuck hergestellt.
Kurz vor 3 kriegen alle noch einen kleinen Snack, meist Fruechte, und um 3 Uhr nachmittags faehrt der gelbe Schulbus die Kinder nach Hause. Hausaufgaben gibt es keine, sie sind unangemessen, da viele Kinder einen sehr langen Schulweg haben und auch nicht immer an denselben Ort muessen.
B
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