Das Schiff „La Grande Francesa“ kam dann schlussendlich am Mittwoch, den 9. 1. an. Dann brauchte aber alles seine Zeit, denn das Ausladen aller Autos dauert lange und Samstag und Sonntag arbeitet der Zoll nicht. Schliesslich verabredeten wir mit dem Agenten, dass wir am Montag darauf in sein Buero in der Innerstadt kommen, mit der abgeschlossenen Versicherung und allen Unterlagen und vorallem dem Geld. Am Dienstag, hiess es, koennten wir dann das Auto in Zarate abholen. Als wir am Montag erschienen, wurde uns eroeffnet, dass wir das Auto erst am Mittwoch abholen koennten, aber schon am Dienstag nach Zarate muessten, um dem Zoll den Papierkram vorzulegen. Das sei immer eine Angelegenheit von 2 Tagen (warum kann man das nicht vorher sagen?). Am Dienstag, wie verabredet, erschienen wir am Hafen, um 10h. Ein Agent sollte uns dort erwarten. Natuerlich war er nicht dort. Wir hatten uns extra ein teures Remise von Buenos Aires aus geleistet, um sicher puenktlich zu sein…Ein russisches Ehepaar wartete mit uns auf den gleichen Agenten. Ueber eine Stunde spaeter erschien er. Er konnte aber nur Spanisch! So mussten wir in die Rolle der Uebersetzer steigen, es blieb uns nichts anderes uebrig. Die Papierpraesentation dauerte Stunden und wurde nicht abgeschlossen. Zu erklaeren ist das fuer uns nicht. Wir hatten alle Papiere abgegeben, alles weitere fand hinter verschlossenen Tueren statt, man musste einfach warten um um 15h zu erfahren, man solle morgen um 14h wieder kommen, vielleicht sei dann der Papierkram erledigt und ein Hublader bereit, die Container der Russen und von uns zu bringen.
Am naechsten Tag liessen wir uns Zeit, nahmen den oeffentlichen Bus, und trafen um 14h 30 ein. Das Paar aus Russland stand schon erwartungsvoll da. Alles war in vollem Gange. Ein kleiner Grimaldi Container war schon abgestellt, der zweite fuhr im Hublader gerade dazu. Nun standen die beiden Container nebeneinander, und der Reihenfolge nach wurde zuerst der der Russen geoeffnet. Ihr Landcruiser sah von hinten sehr schmutzig aus und es stank entsetzlich, aber, wir dachten uns nicht viel dabei, denn in dem Moment wurde auch unser Container geoeffnet. Frisch und rot wie zuvor „strahlte“ uns das Hinterteil unseres Pandas an, der Velotraeger samt Kindervelo unversehrt! Die Freude war riesig ueber dieses Wiedersehen! Angezurrt an den Waenden war das Auto noch, wir konnten es noch nicht herausfahren, so dass wir uns wieder dem Nachbarcontainer zuwandten.
Dort herrschte ein Schockzustand. Das Auto war im Container verbrannt! Es wurde an Seilen herausgezogen. Alles war schwarz. Der Motor komplett verbrannt. Das ganze Innenleben (Sitze und Gepaeck) schwarz verkohlt und geschmolzen. Totalschaden. Der einst so schoene Landcruiser hatte es von Wladiwostok an die Kueste Frankreichs geschafft um dann in einem Container an Bord eines Schiffes unbemerkt zu verbrennen!
Ursache war, das stellte sich spaeter heraus, eine nicht abgehaengte Batterie, die einen Kurzschluss erlitten hatte auf der Fahrt. Auch die Batterie bei unserem Auto war nicht abgehaengt gewesen! Wir konnten das Auto einfach herausfahren! Wir hatten einfach mehr Glueck!
Natuerlich halfen wir beim Uebersetzen. Nachdem der erste Schock vorbei war, meinte der Russe, nun wuerden sie so bald als moeglich nach Hause fliegen und mit Hilfe eines Anwalts den Hafen von Le Havre verklagen.
Wir stiegen in unser Fahrzeug und fuhren zur naechsaten Tankstelle. Bei stroemendem Regen fuhren wir auf der Autobahn „Panamericana“ zurueck in die Hauptstadt.
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