Wir sind ueber den Rio Plata gefahren, von Suedost nach Nordwest, von der urbanen Hektik in die laendliche Idylle, von Buenos Aires nach Colonia, von Argentinien nach Uruguay.
Fuer einige Tage mal ausspannen von den Ferien in der Stadt, Ferien von den Ferien, wo gibt`s das schon. In diesem Bericht moechte ich mich nicht ueber die Traverse des 33 km breiten Flusses unterhalten. Die war naemlich sehr langweilig, eingepfercht in den Bauch eines Schnellschiffes, so dass man waehrend der Ueberfahrt nichts sah als bunte Bilder von huebschen  Menschen auf Flachbildschirmen.
Nein, es geht in diesem Artikel um die Stuerme am Rio Plata.
Der Sturm an dessen Nordseite fand letzten Samstag statt. Sie nannten ihn auch Tornado und es haette so etwas noch gar nie gegebn in Uruguay. 150 km/h soll der Wind schnell gewesen sein, er hat viele Baeume entwurzelt und gar manchen Gartenhag oder manches Auto zerstoert. Jetzt gibt es viel gutes, frisches Holz zu kaufen. Palmen, Pinien, Araucarien oder Platanen.
Die leeren Plaetze in den Restaurants und die langen Gesichter deren Besitzer haben aber nichts mit dem Sturm am Nordufer zu tun, aber viel mit dem Sturm am Suedufer.
Dieser Sturm dauert schon eine Weile und wird noch eine gute Zeit lang wueten. Die Spitze hat er noch nicht erreicht und der Schreibende wird sich hueten bei dessen Spitze anwesend zu sein.
Er hat seine Ursachen in der Zerissenheit des Landes Argentinien. Waehrend viele Argentinier jeden Peso in ihrem Geldbeutel verzweifelt mehrfach umdrehen, bevor sie ihn ausgeben, geben sie der Chefin Cristina Fernandez Kirchner ( im Volksmund nur Cristina genannt) die Schuld an der Misere des Landes. Diese selbst andererseits laesst sich am „Tag der Demokratie “ vor etwa einer Million ihrer Anhaenger auf der Plaza de Mayo in Buenos Aires  begeistert feiern. Cristina  prangert, besonders auf dem Land, vom Heck praktisch jeden Collectivos (Bus), in riesigen Parolen wird fuer bedingunglose Treue geworben. „Fuer Nestor, es lebe Cristina, geeint!“.  Es laeuft auch gerade ein Film in den Kinos an, der ueber den  Gatten der Chefin, Nestor,  berichtet, mit dem Titel:  „Nestor K., ein Mann der Argentinien veraenderte“ ( er ist seit 2 Jahren tot).
Der Schreibende ist bezueglich dieses Themas etwa auf dem Wissensstand eines Bloody Tourist, was soviel heisst, das ich mir nicht anmasse, hier meine Meinung kundzutun. Jedenfalls sind die beiden Lager unversoehnlich. Einige der Parolen fuer die Chefin stimmen mich jedoch nachdenklich, so etwa: „Das Beste fuer einen Argentinier ist – ein anderer Argentiner“. Habe ich das nicht schon mal gehoert, mit leicht veraenderter Wortwahl?

Nun, was ich beurteilen kann, sind die Preise in den Laeden, denn diese sind sehr sehr hoch. Manch ein Bedarfsartikel des Alltags hat das europaeische Preisniveau erreicht oder ueberschritten. Hitverdaechtig ist das Babyshampoo fuer 8 Franken 40. Dies bei einem Monatssalaer von 5000 Peso, das sind gut 1000 Franken.

Natuerlich sind die Argentinier Lebenskuenstler und wissen sich zu helfen. Ein solcher guter Tipp kam uns zu Ohren und darum sind wir jetzt wieder in Uruguay. Mehr davon bald auf diesem Blogg.