18.2.2013

Nach dem Almuerzo (Mittagessen) nach hiesiger Sitte um 14h, fuhren wir mit dem Lotterbus 152 nach Boca, zu den Wellblechhaeusern in allen Farben, zum Caminito, zum Tango und zu einer taeglich inszenierten Show von etwas, was mal war und schon lange nicht mehr ist.

Mitten im Armenviertel La Boca haben die (wenigen) Touristen aus aller Welt Gelegenheit, sich in einem Quadra satt zu konsumieren. Vom Betreten des Gebietes ausserhalb der kleinen Tourizone wird ausdruecklich gewarnt, an jeder Ecke stehen Aufpasser. Unseren Touristenstatus sah man uns anscheinend nicht so deutlich an, denn wir wollten kurz um die Ecke gehen, da kam der Aufpasser schon und fragte: „Estan de la zona?“ Als wir mit nein antworteten, bat er uns hoeflich, zurueck in das  gesicherte Geviert zu gehen…

Wir waren also von der Haltestelle des 152er an einem der wohl schmutzigsten Fluesse der Welt entlang gegangen, der Gestank ist kaum auszuhalten, zur beschriebenen Tourizone, zum Caminito, und vergnuegten uns in diesem Geviert, ohne zu konsumieren. Komischerweise war nicht viel los heute, die einzig anderen Menschen bestanden aus Pappmaschee. Diego Maradonna winkte vom Balkon, unten grinste Messi einem entgegen.

Carlos Gardel, der Fred Astair des Tango, tut sein Bestes, seine Musik dringt aus allen Ecken und auch als Skulptur, aber auch er bekommt nur ein paar verirrte Nasen ab, auf dem kleinen Stueckchen Weg, dem Caminito.

Nach einer Stunde hatten wir gnug Tangoklaenge uund hielten uns beim Rueckweg die Nase zu.

Der Bus sauste aus dem armen La Boca ins reiche Puerto Madero, wo wir uns, ganz snobmaessig, im besten Cafe den Sonnenuntergang ansahen.

Basil