Wir haben nun drei Tage in Tafi del Valle (Provinz Tucuman, Hochebene hinter der ersten Andenkette) hinter uns, in einem sehr schoenen Hotel auf 2000 m. Ueber Nacht wurden die Fuenftausender um uns herum leicht eingezuckert mit einer Schneedecke. Ilmarin ist uebergluecklich! Heute, 24. 3. 13, fahren wir weiter nach Quilmes, zu einem grossen ausgegrabenen Indianerdorf, das wir gut kennen von den Reisen im 2005/2006.

Folgender Text ist ein Rueckblick aus der Zeit in Buenos Aires.

12h, High Noon, ich verlasse die Wohnung mit 2000 US$ im Reisebeutel, der unter dem Guertel versteckt ist. Gehe zu Juana, wie verabredet. Sie erwartet mich.

Mit ihrem Auto fahren wir die Strasse hinab bis zum Bahhnuebergang des Tren de la Costa. Dort ist der „Gemuesehandler“ aus dem Mafiafilm, die Schwarzmarktwechselstube fuer US$ zu Pesos Argentinos.

Sie parkiert das Auto auf einem Parkplatz gleich daneben, wir betreten bald das Geschaeft. Es ist eine Bezahlstelle fuer Rechnungen (was wir in der Schweiz auf der Post erledigen) und eine Filiale von Western Union. Eine lange Warteschlange bis vor das Lokal. Wir gehen daran vorbei gleich zum Counter. Juana spricht einige Worte zur Frau dort. Dann stehen wir beide vor einer unauffaelligen dunklen Tuer im rechten Teil des Lokals. Wir muessen warten. Minuten vergehen.  Die Tuer oeffnet sich.

Ein Mann kommt heraus. Wir betreten einen kleinen Raum mit einer Panzerglasscheibe wie in einer Bank. Ein Mann steht dahinter, hinter ihm eine Maschine, die Banknoten zaehlt. „Siete“ (sieben) sagt der Mann, als wir ihn nach dem Wechselkurs fragen.

Der Wechselkurs fuer Dollar ist stark gestiegen, seit man in Argentinien ueberhaupt keine Dollar mehr beziehen kann (seit dem 24. 12. 12 auch als Auslaender unmoeglich).

Juana schaut mich an. „Das ist wenig“, sagt sie. Ich bin aber einverstanden, nehme meine 2000 US$ aus dem Beutel, schiebe sie unter dem Panzerglas hindurch…die Notenzaehlmaschine rattert. Ein 100er Buendel 100 Pesoscheine liegt auf meiner Hand. 40 Scheine folgen. Wir zaehlen das Geld.

Auf ein Zeichen werden wir herausgelassen. Eine neue Kundin wartet schon.

Juana faehrt mich an einen etwas weiter weg gelegenen Taxistand. 5 Minuten spaeter sitze ich in einem stark gekuehlten Remise (mit Taxi vergleichbar) und werde in Richtung Innerstadt chauffiert. Beim Obelisken geht es links, die Viamonte hinunter. An deren Ende steige ich aus, gehe ueber die Strasse unn betrete das Gebaeude von Grimaldi, der Reederei, die unser Auto nach Argentinien gebracht hat.

Im ersten Stock werde ich von Martin empfangen. Ich bezahle die Rechnung.

Es sind 11 000 ARG$. Offiziell : 5 = 2280US$. Auf dem Schwarzmarkt : 7 = 1628 US$

Ich spare 652US$.

Allein durch diesen Schwarzmarktumtausch.

Heute, am 24. 3. 1013 betraegt der Wechselkurs zum „Bluedollar“, wie die Argentinier ihn freundlich nennen, 8,45. Der offizille Kurs immer noch 5. Und alles, weil die Regierung den in Argentinien anwesenden Menschen verboten hat, Dollar zu beziehen. Aus Angst vor Kapitalabfluss, weil das Land in einer Krise ist? Der Dollar ist eigentlich eine ganz normale Parallelwaehrung zum Peso. Viele groessere Geschaefte wurden in Dollar abgewickelt und viele Argentinier besitzen Dollarkonti. Nun sind die Dollar  alle eingesperrt. Der Schwarzmarkt floriert. Argentinier, die ins Ausland wollen oder muessen, bekommen auf der Bank, gegen Vorlage ihrer Reiseunterlagen, 70 Dollar pro Tag. Wenn alle Unterlagen stimmen. Sonst muss ein Argentinier im Ausland von seiner Kreditkarte Geld abheben, was der Staat mit einer Steuer von 15% belegt (alle Angaben ohne Gewaehr, wenn es jemand besser weiss, bitte unter Kommentar melden).

Basil