Gerade rechtzeitig hatten wir die Kueste Nordchiles verlassen. Wir mussten all die Tragoedien, die sich dort abspielen, nicht persoenlich erfahren. Gott sei Dank! Aber trotzdem ist ein Teil von uns dort, denn  wir kennen die Orte alle sehr gut, von denen man hier staendig in den Medien erfaehrt. Iquique, Arica, Alto Hospcio, Huara… Die Beben ab etwa Staerke 5 auf der Richterskala spueren wir auch hier in San Pedro noch sehr gut. Beim Beben der Staerke 8,2 am Montag, 20h 46 Ortszeit, sind wir ja aus dem Zimmer gefluechtet in den Innenhof. Gestern Nacht um 23h spuerten wir ein Beben und unternahmen nichts. Es hatte scheints die Staerke 6.9 in Iquique. Um 23h 45 kam ein so heftiges Beben, dass wir die Ture oeffneten und in  Kontakt waren mit allen anderen Gaesten die in den Innenhof kamen. Zum Glueck war es nicht noetig, I. aus dem Schlaf zu holen. Das Beben hatte in Iquique die Staerke 7.9. Erneut mussten alle die Tsunamizone verlassen.

Man rechnet hier noch mit Schlimmerem. Bei dem Erdbeben am Montag hat die ozeanische Platte scheints einen 5m weiten Sprung genommen…So viel Energie hat sicher noch eine Weile Folgen…

Was haben wir von den Chilenen gelernt: Vor dem Zubettgehen einen Rucksack neben der Tuer deponieren, mit Essen und zu Trinken, warmen Kleidern, Taschenlampe, Decke und Lieblingskuscheltier des Kindes. Die Tuer die ganze Nacht nur angelehnt lassen, damit sie sich nicht verkeilen kann. Im Ernstfall ruhig bleiben, aber aufmerksam und fokussiert. Das Kind holen, das Haus verlassen. Wenn das nicht geht, im Bereich des Tuerrahmens bleiben. Falls man das nicht schafft, den Kopf mit etwas Weichem schuetzen und am Boden bleiben.

Hier im Norden war es jetzt sehr lange ruhig, die Menschen hatten vergessen, was passieren kann. Durch die vielen Beben und die nun  schon dritte Tsunami – Evakuation sind sie ganz wach und verhalten sich extrem sicher. Aber sie sind muede und ausgelaugt. Viele, z. B. in Alto Hospicio, haben immer noch kein fliessendes Wasser und Strom. Viele Fischer haben ihre Boote verloren. Wie es wohl unserem Fischer aus Chipana geht, der uns mit seinem Boot mitgenommen hatte? Die Bucht von Chipana wurde scheints besonders hart von den Flutwellen am Montag getroffen…

LG.