Unser Auszug aus Buenos Aires war eine kurze, intensive Sache. Alle benötigten Personen erschienen früh genug; der Taxifahrer Pablo, der Dueno der Wohnung… 260 US$ wechselten die Hand. Und so fuhren wir um 17h los, mit dem Taxi durch die „engen“, verstopften Strassen der Hauptstadt zur Feierabendzeit. Lärm, Blech, Hektik, Gehupe… Wir fahren am Bahnhof Once vorbei, Pablo erzählt uns Anekdoten aus dieser Gegend… Der Weg kommt uns ewig vor, zum „Colonia – Express“ Terminal. Man muss bis nach Bocca, durch ärmere Stadtviertel. Auch der Terminal ist eher ärmlich (kannten ihn nicht, fuhren sonst immer mit Buquebus, der seinen Terminal neben dem reichsten Stadtviertel, Puerto Madero, hat). Um 17h 45 sind wir da, 30 Minuten vor Schiffsabfahrt.
Mit unseren vier riesigen und vier kleinen Gepäckstücken quälten wir uns durch die Immigration usw. zum Schiff. Dieses stand in einem Seitenkanal des alten Hafens, das Wasser stinkig und voller Müll. Den Rand dieses Hafenbeckens säumten alte, verrostete, zum Teil schon gesunkene Seelenverkäufer.
Aber man konnte draussen stehen auf unserem Schiff (bei Buquebus nicht möglich). So bekam man die Hafenromantik auch richtig mit. Wir tuckerten durch die kaputte Hafenlandschaft, Sprayereien über den jetzigen Präsidenten des Landes, als Räuber diffamiert, zierten die Wände der verfallenen, leeren Gebäude.
Endlich waren wir zum Hafen raus, zumindest konnte man den offenen Rio Plata sehen. Das Schiff stiess einen dunklen Rauch aus auf seiner Hinterseite und beschleunigte. Die atemberaubende Schunkelfahrt begann. Mir war bis anhin nicht bewusst, dass ein so grosses Schiff so schnell fahren kann. Mit 80 Sachen bretterten wir übers Wasser. Wer draussen auf Deck stand, wurde mit trübem Flusswasser geduscht…
B.
gut geschrieben!