Wahrscheinlich ergeht es uns ähnlich wie vielen anderen Menschen in Ausgangssperren. Die Tage ziehen so dahin, die Zeit läuft erstaunlich schnell, ehe man sich`s versieht, ist schon wieder eine Woche verstrichen. Seit acht Wochen wohnen wir im Häuschen am Meer. Der Lauf des Mondes, das Nordwärtsziehen der Sonne, die kürzer werdenden Tage… Das sind so unsere Beobachtungen.
Gegen das hiesige Gesetz gehen wir täglich schnorcheln in der Lagune ganz nah am Haus. Wir wurden noch nie verpetzt, wir schauen auch weg, wenn sich in den jetzigen mondlosen Nächten Grüppchen von Menschen am Strand zusammenfinden und fischen. Ab 20h müssten sowieso alle zuhause sein. Es ist eigentlich gar nicht viel erlaubt. Eine Stunde Sport pro Tag ums Haus und ein Einkauf alleine. Mit Passierschein natürlich.
Seit einer Woche gilt auf allen anderen Inseln Französisch Polynesiens, ausser auf Tahiti und Moorea, wieder das normale Leben. Nur die nächtliche Ausgangssperre gilt dort noch. Sie hatten dort nie einen einzigen Coronafall. Auf Moorea dürfen seit Montag wieder Baustellen arbeiten und unter strengen Bedingungen Alkohol gekauft werden. Der Laden muss vor dem Eingang einen Stand aufstellen dazu und die Kunden müssen telefonisch vorbestellt haben. Bis 14% Alkohol darf in der Flasche sein. Höchstens 5 davon pro Person und Tag.
Moorea hatte 3 Coronafälle, Tahiti 54. Davon sind bis auf 16 Fälle alle seit zwei Wochen symptomfrei. Eine Person ist noch im Spital, keine gestorben.
Tahiti und Moorea werden am 29. 4. informiert werden, ob sie auch aus den Massnahmen befreit werden in absehbarer Zeit.
Für die „Continuitee territoriale“ gibt es ca. alle 10 Tage einen nicht kommerziellen Flug nach Paris und zurück. Der längste „Inlandflug“ der Geschichte. Dank dem Jetstream auf dem Hinweg nach Paris nonstop, auf dem Rückweg mit Halt in Guadeloup, ebenfalls eines der zahlreichen Überseegebiete Frankreichs. Am Mittwoch landete so ein Flugi das erste Mal nicht nur mit Waren in Tahiti, sondern auch mit 25 Polynesiern, die im Hexagone (so wird Frankreich hier genannt) gestrandet waren. Sie haben zwei Wochen Quarantäne in Frankreich hinter sich, einen negativen Coronatest und drei Wochen neue Quarantäne auf Tahiti vor sich! Erst dann können sie, vielleicht, zurück auf ihre Heimatinsel. Der ganze Verkehr per Schiff oder Flug zwischen den Inseln ist nämlich eingestellt. Es warten noch 200 Polynesier in Frankreich auf ihre Heimkehr. Von hier nach Frankreich fliegen Menschen, die eine Spezielbehandlung in einem Französischen Spital brauchen oder Menschen, die nach Hause nach Europa wollen. Zu diesen gehören letztendlich auch wir. Unsere Aufenthalsterlaubnis für Polynesien läuft nach drei Monaten, d. h. am 26. Mai, ab. Unsere Weiterreise nach Neuseeland bis dann unmöglich. So können wir schlussendlich froh sein, gehört Polynesien zu Frankreich und gibt es deshalb Flüge für die territoriale Kontinuität.
LG.
Da habt ihr die Coronakrise aber gut und ohne Buse schon fast überstanden 🤪
Wenn ihr Ende Mai zurück kommt, habt ihr schön Zeit, euch wieder neu zu organisieren und einzurichten, das hat doch auch Vorteile 😉
Seid herzlich gegrüsst
Michèle
Ja, genau. Du siehst das genau richtig! Ganz herzliche Grüsse zurück, ich freue mich, dass jetzt Regen kommt auch im Jura!